Netzwerktreffen am EUI Rottenburg: Energie in eigner Hand

H2-Wandel-Netzwerktreffen Rottenburg_KE

Wasserstoff und eitel Sonnenschein: In dieser Paarung tauchen die Begriffe leider nur selten auf. 😉 Bei unserem H2-Wandel-Netzwerktreffen gestern in Rottenburg am Neckar hat alles gepasst: Das Wetter, die Themen (natürlich rund um Wasserstoff), die tollen Referent*innen und unsere Gäste! Gemeinsam mit dem Energie- und Umweltinstitut der Hochschule Rottenburg hatten wir zu diesem Event eingeladen. Der Titel „Erfolgsbeispiele und Finanzierungswege für Wasserstoffprojekte in kleinen und mittleren Unternehmen“ entpuppte sich als Publikumsmagnet. Im Ernst: Wir waren sehr schnell ausgebucht. Das freute nicht nur uns als Organisatoren.

Auch Annette Schwieren, die Baubürgermeisterin von Rottenburg am Neckar, zeigte sich erfreut über die große Resonanz unserer Veranstaltung. In ihrem Grußwort betonte sie, wie wichtig aus Sicht der Stadt Rottenburg das Thema Klimaschutz und Energiewende ist und wie sie die Rolle von Erneuerbaren Energien und die Forschung an der Wasserstoffanlage in diesem Szenario sieht.

Was wir den rund 70 Teilnehmenden angeboten haben?

Praxisnahe Einblicke in die Umsetzung, Finanzierung und Fördermöglichkeiten.

Jens Schuler erläuterte, wie das Familienunternehmen August Weckermann mit Sitz in Eisenbach im Schwarzwald seine Energieversorgung so umgestaltet hat, dass der Betrieb bis zu 90 Prozent autark laufen kann. Solarstrom, Elektrolyse, Speicher, Brennstoffzelle und sogar Regenwasseraufbereitung – das sind die wichtigsten Komponenten in diesem nachhaltigen Konzept. Ein wunderbares und sehr spannendes Beispiel dafür, wie ein Mittelständler den Weg zur Energieautarkie und Klimaneutralität gemeistert hat.

Adam Schmik von der Landesbank Baden-Württemberg ging auf die Fördermöglichkeiten für derartige Vorhaben ein. Er stellte die Anforderungen von KfW und BAFA vor. Seine sehr verständlichen Ausführungen dürften bei so manchem Teilnehmenden die Hemmschwelle deutlich gesenkt haben, sich mit dem Thema Förderung zu befassen.

Was eine Hochschule, die den Zusatz Forstwirtschaft im Namen trägt, mit Wasserstoff anstellen will, erfuhren die Gäste aus erster Hand: Prof. Harald Thorwarth stellte die Wasserstoff-Forschungsanlage der Hochschule Rottenburg vor, die innerhalb unserer H2-Wandel – Modellregion Grüner Wasserstoff Baden-Württemberg auch Bestandteil unseres Leuchtturmprojekts H2-Grid ist und in diesem Rahmen vom Land Baden-Württemberg und der EU finanziert wurde. Die Anlage, die innerhalb unserer Modellregion einen wichtigen Meilenstein darstellt, konnte im Anschluss unter sachkundiger Führung besichtigt werden.

Der Elektrolyseur-Container zeigt sich momentan noch in einem einheitlichen Blau. Das wird sich bald ändern. Dafür sorgen soll Johannes Blinkle, der den Künstlerwettbewerb gewonnen hat, den das EUI zur Gestaltung des Elektrolyseur-Containers ausgeschrieben hatte. Wir von H2-Wandel sowie Vertreter der Kreissparkasse Tübingen, der Stadtwerke Rottenburg und der Volksbank für die Region eG saßen als Sponsoren in der Jury. Was für tolle Entwürfe! Der beste Entwurf ziert demnächst den Ely-Container.
Und es blieb natürlich jede Menge Raum fürs Netzwerken! Der wurde auch eifrig genutzt, viele neue Kontakte wurden geknüpft.

Ein zusätzliches Bonbon steuerte die Landesregierung bei. In diesem Sinne herzlichen Dank an das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft für das perfekte Timing. 😉 Denn der neue Förderaufruf für Elektrolyseure (ELY), dessen Eckdaten wir den Teilnehmenden kurz erläutert haben, sorgte für zusätzlichen Gesprächsstoff:

  • Fördervolumen = 50 Mio. Euro
  • Projektgröße > 1 MW Elektrolyse-Leistung
  • Projekte können mit bis zu 10 Mio. Euro (bzw. 8,25 Mio. Euro für KMUs).
  • Dies entspricht einer Förderquote von bis zu 45 % der Investitionskosten
  • Einreichungsfrist = Mai 2026

Uns bleibt nur noch zu sagen: Herzlichen Dank an das EUI und die Hochschule Rottenburg für die Gastfreundschaft (Prof. Harald Thorwarth, Svenja Ott, Dr. Felix Endriss), herzlichen Dank an unsere tollen Referent*innen und natürlich an die Teilnehmenden!

Bildnachweise: Karen Emler/H2-Wandel 

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H2-Wandel: Modellregion Mittlere Alb – Donau – Ostwürttemberg

Vernetzen, Erfahrung austauschen, Informationen bereitstellen: Die Geschäftsstelle des Vereins koordiniert das Gesamtprojekt und bündelt die Aktivitäten von H2-Wandel in einem Netzwerk.

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