H2-Wandel-Fachtagung 2026: Da geht doch was!

Wie gelingt der Wasserstoffhochlauf? Welche Technologien sind bereits verfügbar? Und welche Rahmenbedingungen braucht es, damit aus innovativen Ideen erfolgreiche Projekte werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden der H2-Wandel-Fachtagung 2026 „Wasserstoff? So geht’s!“ am fem Forschungsinstitut Edelmetalle + Metallchemie in Schwäbisch Gmünd. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung diskutierten über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und konkrete Anwendungsbeispiele entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette.

Ein wichtiges Signal kam dabei aus der Region. In seinem Grußwort machte Landrat Dr. Joachim Bläse – auch im Namen von Oberbürgermeister Richard Arnold – deutlich, dass Stadt und Region den Wasserstoffhochlauf aktiv unterstützen.

Die Botschaft war klar: Ostwürttemberg will die Transformation mitgestalten und sich dafür einsetzen, die notwendigen Voraussetzungen für Unternehmen und Projekte zu schaffen. Dazu gehört auch, die Interessen der Region gegenüber Landes- und Bundespolitik zu vertreten und sich für verlässliche Rahmenbedingungen starkzumachen, notfalls mit Klinkenputzen, wie es so schön heißt!

Forschung als Schlüssel für leistungsfähige Wasserstofftechnologien

Welche Rolle innovative Materialien für die Wasserstoffwirtschaft spielen, erläuterte Prof. Dr. Holger Kaßner vom fem Forschungsinstitut. Seine Ausführungen machten deutlich, dass leistungsfähige und wirtschaftliche Wasserstoffanwendungen nicht erst bei der Infrastruktur beginnen, sondern bereits bei den Werkstoffen und Komponenten, aus denen sie entstehen.

Die Materialforschung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Effizienz, Langlebigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zukünftiger Wasserstofftechnologien.

Spannend ist es immer dann, wenn aus Konzepten konkrete Anwendungen wurden

Was bedeutet Wasserstoff ganz konkret für Unternehmen? Antworten darauf lieferten die Praxisbeispiele des Tages.

Benedikt Mayerle (Lhyfe) berichtete über die Produktion von grünem Wasserstoff. Robert Renz (TEVA) zeigte Einsatzmöglichkeiten in der Pharmalogistik auf. Michael Zier (EVETY) und Fernando Reichert (NextHeat) stellten Lösungen für CO₂-freie Prozesswärme vor.

Den Blick über einzelne Anwendungsfälle hinaus richteten Niklas Reinert von der Hydrogen Metropole Ruhr und Dr. Bernhard Wienk-Borgert von GLOBE Fuel Cell Systems. Sie zeigten auf, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Skalierung von Wasserstoffprojekten notwendig sind und welche Rolle Infrastruktur, Versorgungssicherheit und regionale Netzwerke dabei spielen.

Die Vorträge machten deutlich, wie unterschiedlich die Anforderungen in den jeweiligen Branchen sind – und wie individuell Wasserstofflösungen auf die jeweiligen Anwendungsfälle zugeschnitten werden müssen. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie viel Innovationskraft in Unternehmen, Netzwerken und Forschungseinrichtungen steckt, die den Wandel aktiv vorantreiben.

Kurze, aber ebenfalls spannende Impulse lieferten Dr. Susanne Sihler (WBZU), Dr. Alexander Kabza (ZSW), Annett Breuer (H2 MOBILITY Deutschland) sowie Norbert Unterharnscheidt (e.systeme21).

Zwischen Aufbruchsstimmung und regulatorischen Herausforderungen

Zum Abschluss richtete sich der Blick auf die politischen Rahmenbedingungen.

In der Diskussionsrunde mit Thilo Rentschler (IHK Ostwürttemberg), Ricarda Lang (MdB) und Niklas Reinert wurde deutlich: Die Technologien sind vorhanden, das Know-how ist vorhanden,  und die Akteure stehen bereit.

Was es jetzt braucht, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen, mehr Planungssicherheit und schnellere Genehmigungsverfahren. Denn darüber waren sich die Beteiligten einig: Die Geschwindigkeit der Transformation wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell regulatorische Hürden abgebaut werden.

Wissen vermitteln, Kontakte knüpfen, Projekte anstoßen

Neben den Fachvorträgen bot die Veranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zum persönlichen Austausch. Auf dem Wasserstoff-Marktplatz kamen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunen und weitere Akteure miteinander ins Gespräch.

Und auch das Pitch-Quiz sorgte zwischendurch für Unterhaltung und einige überraschende Erkenntnisse. Wer vorher noch nicht wusste, dass rund 63 Prozent aller Atome im menschlichen Körper Wasserstoffatome sind oder was sich hinter der DIN EN 17127 verbirgt, ging spätestens an diesem Tag mit neuem Wissen nach Hause.

Vor allem aber zeigte die Veranstaltung, wie wichtig Vernetzung für eine erfolgreiche Transformation ist. Viele Ideen entstehen auf der Bühne – die Zusammenarbeit für ihre Umsetzung beginnt jedoch häufig in den Gesprächen danach.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Referierenden, Ausstellenden und Gästen sowie dem fem Forschungsinstitut Edelmetalle + Metallchemie für die Gastfreundschaft und die Unterstützung der Veranstaltung.

Fotos: H2-Wandel / Hostrup-Fotografie

 

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H2-Wandel: Modellregion Mittlere Alb – Donau – Ostwürttemberg

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