Große Resonanz auf den Wasserstoff-Bürgerdialog in Ehingen

Mehr als 100 Bürger und Bürgerinnen haben die Einladung des Vereins „H2-Wandel – Modellregion Grüner Wasserstoff Baden-Württemberg“ in Kooperation mit dem Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ehingen am Donnerstagabend genutzt, um sich umfassend über das Thema Wasserstoff zu informieren. Die Veranstaltung unter dem Titel „Was(serstoff) passiert in meiner Region ?!“ in den Räumen des Business Parks Ehingen drehte sich um die Rolle, die Wasserstoff (H2) in der Energiewende und der lokalen Wertschöpfung spielen kann, und vor allem um ein ganz konkretes Projekt: Mit H2-EHI soll in Ehingen ein vollständiges H2-Ökossystem entstehen.

Für das entsprechende Planungskonzept hatte das Land Baden-Württemberg im Rahmen des Förderprogramms „Regionale Wasserstoff-Konzepte“ erst wenige Tage zuvor dem Alb-Donau-Kreis Mittel freigegeben. Entsprechend groß war das Interesse der Bürgerschaft, Details über H2-EHI zu erfahren. Und so verlief der Abend:

Heiner Scheffold, Landrat des Alb-Donau-Kreises, unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Projekts für die gesamte Region: „Wasserstoff bietet uns eine einzigartige Chance, unsere Energieversorgung nachhaltig und klimafreundlich zu gestalten und gleichzeitig unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Unsere Region muss ein elementares Interesse daran haben, so schnell wie möglich auf regenerative Energien umzustellen. Der Atomausstieg ist vollzogen, der Kohleausstieg beschlossene Sache und bei den geplanten großen Strom- und Wasserstoffleitungen liegen wir hier im Süden buchstäblich „am Ende der Leitung“! Deshalb müssen wir hier auch selbst aktiv werden. Eine sichere und planbare Energieversorgung ist für alle Privathaushalte, insbesondere aber auch für unsere Wirtschaft ein wichtiger Standortfaktor. Damit können wir beeinflussen, wie sich die Lebensqualität im Alb-Donau-Kreis in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickelt.“

Auf der Veranstaltung präsentierte Landrat Scheffold erstmals gemeinsam mit allen Akteuren des Projekts H2-EHI die unterschriebene Absichtserklärung zur Errichtung einer lokalen Wasserstoff-Infrastruktur – von der Erzeugung über die Verteilung bis zur Nutzung von Wasserstoff.

Alexander Baumann, Oberbürgermeister der Stadt Ehingen, begrüßt es, dass die Große Kreisstadt Standort für diesen neuen Wasserstoff-Hub wird. „Als Nachhaltige Stadt beschäftigt sich Ehingen bereits seit dem Jahr 2012 mit der Energiewende. Auch im Bereich H2 wollen wir eine Vorbildfunktion einnehmen und auf die vielfältigen Chancen des Energieträgers aufmerksam machen.“ Das Grußwort im Namen des Oberbürgermeisters und der Stadt Ehingen sprach Bürgermeister Tobias Huber.

Das Projekt H2-EHi spannt den Bogen von der Erzeugung über die Verteilung bis zur Nutzung von Wasserstoff. Die Projektpartner – EnBW, Daniel Späth, Bayer Reisen und Bayer Spedition, Bottenschein Reisen, Denkinger, Stöhr Logistik sowie die ADK GmbH für Gesundheit und Soziales – nutzten die Gelegenheit, um im Rahmen einer Pitchrunde ihre Motivation und ihren Beitrag zu H2-EHI kurz vorzustellen. Sie alle haben eines gemeinsam: das Streben nach Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität.

Professor Dr. Wolfram Münch, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung der EnBW, ordnete dieses Projekt aus Sicht des baden-württembergischen Energiekonzerns so ein: „Wasserstoff ist der Schlüssel zur Klimaneutralität. Die EnBW gestaltet den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft daher aktiv mit. Konzernweit gibt es bereits zahlreiche Wasserstoffprojekte, von der Erzeugung bis zum Transport. Dabei haben wir stets auch Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit im Blick. Gerade regionale Projekte wie H2-EHI sind hier besonders wertvoll. Sie können uns wichtige Hinweise geben für eine erfolgreiche Umsetzung vor Ort.“

Wie bedeutsam Wasserstoff grundsätzlich für das Gelingen der Energiewende ist, stellte Professor Dr. Markus Hölzle, Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien und Vorstandsmitglied des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) in Ulm sowie Vorstandsmitglied des Vereins „H2-Wandel Modellregion Grüner Wasserstoff Baden-Württemberg, dar. „Ohne Wasserstoff geht es nicht. In den nächsten Jahren werden die Erneuerbaren Energien stark ausgebaut. Hier brauchen wir ein Speichermedium. Wasserstoff eignet sich als Energiespeicher hervorragend und ermöglicht es uns zusätzlich, den Schwerlastverkehr und die Industrie mit einem klimaneutralen Energieträger zu versorgen. Projekte wie H2-EHI oder die Modellregion H2-Wandel sind daher ein erster und wichtiger Schritt“, sagte Professor Hölzle.

Unter dem Dach des Vereins „H2-Wandel – Modellregion Grüner Wasserstoff Baden-Württemberg“ sind bereits einige Projekte angesiedelt. H2-Wandel-Geschäftsführer Michael Bächler, der den Abend moderierte, freut sich darüber, dass der Alb-Donau-Kreis als Mitglied von H2-Wandel ein weiteres spannendes Projekt auf die Beine stellt. „Wir stehen als H2-Wandel gerne als Sparringspartner zur Verfügung und werden das Projekt mit größter Aufmerksamkeit begleiten. Wir hoffen, dass dieses Projekt auch weitere Regionen und Partner dazu ermuntert, Wertschöpfung mit Hilfe von Wasserstoff aufzubauen.“

Eine Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung sowie eine Ausstellung im Foyer rundeten den Abend ab.

Wir sagen herzlichen Dank ans interessierte Publikum und natürlich an alle Redner, Pitchrunden-Teilnehmer und Aussteller!!!

Unsere Veranstaltung zählt zu den Events, die wir und vor allem unsere Mitglieder im Rahmen der bundesweiten Woche des Wasserstoffs #WdW24 auf die Beine gestellt haben.

Bildtlegende zum Beitragsbild oben: Die Partner des Projekts H2-EHI präsentieren ihre Absichtserklärung. Fotohinweis: H2-Wandel

⇒ Hier noch einige Eindrücke des Abends. Fotohinweis: H2-Wandel